Sozialpraktikum


Das Sozialpraktikum in Klasse 9 ist kein Berufspraktikum. Es soll vielmehr Schülerinnen und Schüler mit einer Wirklichkeit konfrontieren, die ganz anders ist als die täglich erlebte.

Wenn unsere Schüler während ihrer Praktikumsphase an sieben Nachmittagen in sozialen Einrichtungen mithelfen, haben sie die Chance, in sich Fähigkeiten zu wecken, die im Schulalltag vielleicht noch schlummern: Mitgefühl haben - spüren, was der andere braucht - Nähe (auch körperliche) zulassen von Menschen, denen man am Gymnasium nicht begegnet - ganz praktisch Hand anlegen, um Hilfestellung zu leisten - Zeit haben für Gespräche - etwas ohne Gegenleistung tun - kurz, Hand, Herz und Verstand in den Dienst eines anderen Menschen stellen. Und nebenbei Abstand gewinnen zum manchmal grauen Schulalltag. Was für Erfolgserlebnisse, wenn es Jugendlichen gelingt, Menschen mit Behinderung oder in schwierigen sozialen Verhältnissen, aber auch manchen alten Menschen eine Freude zu machen und vielleicht einen „Herzlichen Dank“ gesagt zu bekommen! Selbstbewusstsein wächst mit solchen Erfahrungen.

Das MPG hat seit dem Schuljahr 2009/10 ein verpflichtendes Sozialpraktikum für die neunten Klassen eingeführt, das dem Religions-/ Ethikunterricht zugeordnet in fünf Praktikumsphasen über das ganze Schuljahr hinweg läuft. Über 20 soziale Einrichtungen im Einzugsbereich des Max-Planck-Gymnasiums stellen Praktikumsplätze zur Verfügung und betreuen unsere Praktikanten. Das Sozialpraktikum ist in der Stundentafel der Klasse 9 mit einer Poolstunde verankert. Neben ihrer Praktikumstätigkeit in den Einrichtungen reflektieren die Schülerinnen und Schüler ihre Tätigkeit in einem Praktikumsbericht. Außerdem wird das Sozialpraktikum in den Fächern Ev. Religion, Kath. Religion und Ethik unterrichtlich begleitet.

Sicherlich ist ein Praktikum an sieben Nachmittagen nur ein erster Ausflug in die Welt des sozialen Handelns. Hoffentlich aber ist das Mitarbeiten in einer sozialen Einrichtung mit solch tief gehenden Erfahrungen verbunden, dass bei vielen Schülerinnen und Schülern ein Verantwortungsgefühl für die Mitmenschen geweckt wird, welches sich auch auf das Schulleben des MPG auswirkt. Menschen respektieren, obwohl sie nichts (mehr) leisten können oder schwach sind, ist eine Haltung, die für die Gesellschaft und natürlich auch für unser Schulleben am Gymnasium notwendig ist. Das Sozialpraktikum in Klasse 9 ist ein Einüben von menschlichem Miteinander.

Für das Sozialpraktikumsteam

Martin Link-Wolters