Doppelaufführung am MPG

Chor und Theater-AG der Unterstufe präsentierten „Mary Poppins“ und „Das Mops-Malheur“


Am vergangenen Freitagabend fanden sich trotz hochsommerlicher Temperaturen zahlreiche Gäste in der Aula des Max-Planck-Gymnasiums ein. Chor und Theater-AG der Unterstufe, beide geleitet von Musik- und Deutschlehrerin Claudia Burkhardt, hatten zu einer Kombination aus Konzert und Theater eingeladen. Im ersten Teil der Doppelaufführung übernahmen zwei der etwa 60 mitwirkenden Schülerinnen und Schüler die Moderation und erzählten dem Publikum die Geschichte von Mary Poppins, dem berühmten Kindermädchen, das in der Familie Banks einen wichtigen Auftrag zu erledigen hat. Clara und Aris, beide Klasse 5, beeindruckten durch ihr selbstbewusstes Auftreten und ihren hervorragenden Erzählvortrag. Die Lieder aus dem Musical Mary Poppins hatte Claudia Burkhardt um weitere Titel ergänzt, die von ihrer Deutschkollegin Tordis-Arlett Nitsch harmonisch in die Geschichte eingeflochten worden waren. So brachte der mehrstimmige junge Chor zusätzlich zu den deutschsprachigen Versionen der fröhlichen Mary Poppins-Titel auch Klassiker wie „What shall we do with the drunken sailor“, „My bonnie is over the ocean“ und „Über den Wolken“ zu Gehör. Besonders viel Applaus bekamen die Unterstufenschüler für das Lied „Schwester Suffragette“ aus Mary Poppins, das sie mit viel Engagement vortrugen. Damit auch die Jungs als englische Frauenrechtlerinnen durchgehen konnten, statteten sie sich kurzerhand mit Perücken, Sonnenbrillen, Röcken und Handtaschen aus. Ein weiterer Höhepunkt der musikalischen Darbietungen war zweifelsohne der zentrale Song „Superkalifragilistikexpialigetisch“, den die jungen Sängerinnen und Sänger begeistert und mitreißend intonierten. Sie beeindruckten das Publikum zudem durch ihre große Textsicherheit. Als das berühmte Kindermädchen schließlich seine Mission bei Familie Banks erfüllt hatte, verabschiedete sich der Unterstufenchor mit dem Tanz „Can’t stop the feeling“, einstudiert von Sportlehrerin Sarah Ludwig. Nach einer kurzen Pause, die die Zuschauer angesichts der hohen Temperaturen nutzten, um sich mit Getränken zu versorgen, stellte Claudia Burkhardt ihre junge Theater-Truppe vor, die aus sechs Mitgliedern des Unterstufenchors und einer Schülerin aus Klasse 7 besteht. In dem Schultheaterstück „Das Mops-Malheur“ von Hans-Peter Tiemann steht Familie Kramer ein anstrengendes Wochenende bevor: Herr Dr. Wolf, der Chef von Familienvater Horst-Dieter Kramer, übergibt seinem Angestellten das Familienschätzchen „Krümel“ zur Betreuung. Schülerin Anna verschmolz geradezu mit der Rolle von Horst-Dieter Kramer, der sich eine Beförderung erhofft und sich deshalb zwar leicht verzweifelt, aber letztlich doch schicksalsergeben dem Willen seines Vorgesetzten fügt. Besuchshund Krümelchen entpuppt sich allerdings schnell als höchst anspruchsvoller Mops mit noch anspruchsvollerem Frauchen: Familie Kramer soll ihm sein Bussi-Bussi-Schmusekissen zurechtrücken, den Futternapf vorwärmen, ihm nach dem Mittagsmahl eine leichte Rückenmassage verpassen und mit ihm zur Therapiestunde gehen. Krümel ist nämlich nicht nur verwöhnt, sondern auch verwirrt – er fühlt sich in letzter Zeit zu Katzen hingezogen, und diese Unart möchte Frauchen Helga (herrlich überheblich und überängstlich interpretiert von Emily) ihm austreiben. Franziska, die Tochter der Kramers, uneingeschränkt überzeugend gespielt von Florentine, ist begeistert: sie wollte schließlich schon immer einen Hund haben und übernimmt die Pflege des Schoßhündchens – inklusive Besuch der Pfötchenschule. Nach etlichen Verwechslungen, Irrungen und Wirrungen, dem Verschwinden von Krümel und der Befürchtung, Hobbyzauberer Benjamin, der Sohn der Kramers (wunderbar naiv dargestellt von Marlene), habe den armen Mops zersägt oder gar gänzlich verschwinden lassen, wird am Ende alles gut: Krümel wurde weder verzaubert noch – wie ebenfalls befürchtet – von Isolde Kramer (voll in der Rolle aufgehend: Ann-Sophie) zu einem leckeren Essen verarbeitet, sondern er taucht unversehrt wieder auf und erfährt, einer attraktiven Pudeldame sei Dank, eine wundersame Spontanheilung: Ende gut, alles gut. Neben den genannten Darstellerinnen überzeugten auch Alice (Dr. Wolf) und Sara – sie füllte sogar eine Doppelrolle aus. Selbst eine kleine Technikpanne konnte der kurzweiligen Darbietung nichts anhaben, und das verjüngte MPG-Technikteam bekam ein verdientes Lob von Claudia Burkhardt und Schulleiterin Ulrike Zimmermann, die zudem ihrer Kollegin für die hervorragende Arbeit mit der Unterstufe dankte. Nach den abwechslungsreichen Aufführungen entließen Chor und Theater-AG ihr Publikum vergnügt in die warme Sommernacht. Die weiteren Aussichten für Chor und Theater am MPG? Definitiv heiter!