Halbzeitpause im MPG-Konzertsommer


Eine Premiere, die Matinée von Bigband, ELSE-Chor und Musik-Neigungsfach Klasse 11 bildete am 17. Juni den Auftakt zur vierteiligen Konzertreihe am Max-Planck-Gymnasium. Unter der Leitung von Musiklehrerin Susanne Schüssele legte die MPG-Bigband am besagten Sonntagvormittag mit „Cantaloupe Island“ von Herbie Hancock schwungvoll los. Die Band brachte unter anderem Bigband-Klassiker wie „What A Wonderful World“ und „Stompin‘ At The Savoy“ zu Gehör. Weiter ging es im voll besetzten Glasbau des MPG mit einem abwechslungsreichen Programm. Der Eltern-Lehrer-Schüler-Ehemaligen-Chor (kurz ELSE) griff das Lied „City of Stars“ aus dem Oscar-prämierten Musikfilm „La La Land“ auf und sang unter anderem „Mamma mia“ von ABBA. Mit viel Applaus belohnte das Publikum auch die letzten beiden Stücke des Chors, „Sixteen Tons“ (Travis/Shaw) und „Mountain Music“ (Owen/Huff). Nach der Pause, während der sich die Zuhörer mit Häppchen und Getränken stärken konnten, die das Mensa-Team des MPG bereitgestellt hatte, ging es weiter mit dem Neigungsfach Musik. Besonders beeindruckte Schüler Max Köhler mit zwei Kompositionen, die nicht nur seiner eigenen Feder entsprungen waren, sondern auch persönlich von dem Elftklässler am Klavier dargeboten wurden. Aber auch die anderen Schülerinnen und Schüler des Neigungsfachs überzeugten – hervorzuheben ist die Sololeistung von Judith Blank, deren Gesang beim französischen „Je veux“ von Zaz von ihren Mitschülern instrumental begleitet wurde. Gemeinsam brachten sie schließlich Freddie Mercurys „Bohemian Rhapsody“ auf die Bühne. Die tiefe, überzeugende Jazz-Stimme von Elisabeth Seifert aus dem ELSE-Chor, kam bei „Ain’t No Sunshine“ unter der Begleitung der Bigband zum Einsatz, die das abwechslungsreiche Konzert mit weiteren Stücken wie „Jumpin‘ At The Woodside“ (Count Basie), „Soul Bossa Nova“ (Quincy Jones) und „Sing, Sing, Sing“ von Louis Prima bereicherte. Den Abschluss der sehr gelungenen Matinée bildeten ELSE-Chor und Neigungsfach gemeinsam. Sie verabschiedeten das begeisterte Publikum mit „Goodbye Sweetheart“ von Carter/Hudson in einen Sonntag, der damit schon mehr als gut begonnen hatte.
Nach dem schriftlichen Abitur ging es für das Musik-Neigungsfach dann am 21. Juni nochmals richtig rund: neben einer Studienfahrt nach Wien hatten die 10 Schülerinnen und Schüler sich der Aufgabe gestellt, eigenverantwortlich ein Konzert zu planen, zu proben und durchzuführen. Sie stellten individuell und originell eine Konzertdramaturgie mit einer großen Vielfalt an Liedern und Musikstücken zusammen. Als roter Faden dienten dabei eigens geschriebene Szenen, die in einer Bar spielten. Dort wurde das Publikum Zeuge eines Junggesellinnenabschieds, einer geselligen Studentengruppe und diversen Konversationen unter den Barangestellten, die von allen Beteiligten unterhaltsam und teils auch spontan gespielt wurden. Die Musikbeiträge wurden so kreativ als „Bestellungen“ der Gäste verpackt.
Als Aperitif erklang das Titellied zum gut 40 Jahre alten Film „New York, New York“, bei dem gleich eine Vielzahl von Instrumenten und eine Gruppe Sängerinnen zum Einsatz kamen. Als Kontrast folgte eine Einzeldarbietung von Hannes Deichmann am Klavier mit einem schwungvollen Arrangement von George Gershwins „Summertime“. Sehr zart und gefühlvoll präsentierte ein Mädchenvokalensemble „Can’t help falling in love“, unsichtbar, aber dennoch präsent stattete Elvis der Bar dadurch einen Besuch ab. Auch klassische, traditionelle Musik fand Platz auf der Speisekarte: mit „Aller Augen warten auf dich Herre“ einer Psalmvertonung von Heinrich Schütz, sowie der Arie des Vogelfängers aus Mozarts Zauberflöte erklangen gleich zwei prominente Beispiele aus früherer Zeit. Dann trat mit „Hinterm Horizont geht’s weiter“ wieder eine noch lebende Legende in die Bar ein: Udo Lindenberg. Benedikt Strambach, Max Volz und Rafael Krick waren die überzeugenden Interpreten des individuellen Arrangements für Klarinette und zwei Trompeten. Nun folgten als zwei weitere Zwischengänge auf dem Menü Musik aus „Game of Thrones“ und die rasante Fuchsgrabenpolka.
Bevor, quasi als Hauptgang, das Motto-Lied des Konzerts „Let’s get loud“ präsentiert wurde, sangen Hannah Nguyen und Katharina Bunk als Duett Bette Midler „The Rose“ und sorgten damit für den ein oder anderen Gänsehautmoment. Als „Absacker“ dienten das tänzerische südamerikanische „Un pocito cantas“, sowie „Holiday for Flutes“, ein anmutiges Querflötenquartett mit Klavierbegleitung. Den Abschluss bildete dann passend das Shanty „Drunken Sailor“. Das Publikum war allerdings noch nicht gesättigt und forderte noch zwei Zugaben. Diese gingen selbstverständlich aufs Haus!
Die Neigungsfächler erwiesen sich als fähige Dramaturgen wie Arrangeure, und allesamt als erfahrene Interpreten. Unterstützt wurden die Abiturienten dankenswerter Weise tatkräftig von zwei Nachfolgern aus dem Neigungsfach Klasse 11 und drei ehemaligen MPG-Schülern. Ein weiterer Dank ging am Ende des gelungenen Abends auch an das Technik-Team des MPGs, welches die Akteure auf der Bühne wie gewohnt ins rechte Licht rückte und für die teils nötige akustische Verstärkung sorgte. Bevor sich die meisten Abiturienten nochmals in den diesjährigen Sommerkonzerten von Chor und Orchester engagieren, die am 23. Und 24. Juli stattfinden werden, steht nun noch das mündliche Abitur an.