Expedition N – Nachhaltigkeit auf Rädern am MPG


Im Rahmen der Nürtinger Energietage, die in diesem Jahr unter dem Motto „Vision Solarstadt Nürtingen 2046 – Die Zukunft wird Realität“ standen, war vom 15. bis zum 17. April das Expeditionsmobil der Baden-Württemberg Stiftung zu Gast am Max Planck Gymnasium. Schulleiterin Petra Notz hatte sich dafür eingesetzt, das Expeditionsmobil ans MPG zu holen, weil ihr – gerade auch als Biologin – die Nachhaltigkeit sehr am Herzen liegt: „Vom Besuch der Expedition N erhoffen wir uns, dass das Thema Nachhaltigkeit weiter Einzug in unser Schulleben hält und auch zu Hause, im privaten Bereich, mehr ins Bewusstsein der Schüler und ihrer Familien rückt. Auch in der Schule versuchen wir, die Schüler für das Thema zu sensibilisieren und sie zu motivieren, sich für den Erhalt unserer Umwelt aktiv einzusetzen. Dies betrachten wir als wichtige Aufgabe.“ Mit dem Science Truck, ebenfalls von der Baden-Württemberg Stiftung und von ebenso beeindruckender Größe, hatte das MPG in der Vergangenheit bereits gute Erfahrungen gemacht – an den Anblick eines solchen Gefährts auf dem Schulhof hat man sich am MPG trotzdem noch nicht gewöhnt. Neugierig beäugten zahlreiche Schüler das zweistöckige Mobil und wagten sich schließlich auch ins Innere, wo sie von etwa 100 Quadratmetern Aktionsfläche überrascht wurden. Der Besuch des Expeditionsmobils war für die Schüler eine spannende Angelegenheit. Sie durften in der multimedialen Ausstellung über 20 interaktive Exponate erleben und so erfahren, was Nachhaltigkeit bedeutet und wie sie konkret im Alltag umsetzbar ist. Ein interaktives Modellhaus zeigte beispielsweise, wo sich im Haushalt Strom einsparen lässt, während das Exponat „Hotspots des Klimawandels“ deutlich machte, wo auf der Welt die Folgen des Klimawandels bereits heute spürbar sind. Auch die ökonomischen und sozialen Aspekte von Nachhaltigkeit wurden anschaulich dargestellt. Im Rahmen der Einheit zur Biotechnologie im NWT-Unterricht hatten Joshua Schiettinger, Nick Schaffer und Jannis Schwarz aus der Klassenstufe 10 schon erfolgreich mit Holz- und Korkresten und Salzsäure experimentiert und modellartig den Mechanismus von Bioraffinerien nachgestellt. Sie wollten erforschen, ob eine nachhaltige Treibstoffproduktion aus Holz- und Korkabfällen der Industrie möglich ist. Im Kleinen ist ihnen dies bereits gelungen – aus den Rohstoffresten ist Zucker entstanden, der durch Gärung zu Ethanol und damit zu Treibstoff umgewandelt wird. Auch im Expeditionsmobil durften die Schüler der Mittel- und Oberstufe schließlich selbst Hand anlegen und je nach Altersstufe Brennstoffzellen bauen oder andere Experimente wagen – beispielsweise zum Thema „Sonnenenergie nach dem Vorbild der Pflanze“. Wer beim Anblick des überdimensionalen Trucks nun den Eindruck bekam, dass dieses Fahrzeug keinesfalls umweltschonend unterwegs sein kann, der irrt übrigens gewaltig. Das Expeditionsmobil wird nämlich von einer besonders kraftstoffsparenden und schadstoffarmen Zugmaschine bewegt. Den entstehenden CO2-Ausstoß kompensiert die Baden-Württemberg Stiftung zudem durch die Unterstützung von Klimaschutzprojekten.