Weihnachtsstimmung unter Palmen bei den Weihnachtskonzerten des Max-Planck-Gymnasiums


Vergangenen Dienstag, 19. und Mittwoch, 20. Dezember fanden die beiden traditionellen Weihnachtskonzerte des Max-Planck-Gymnasiums in der katholischen Kirche Sankt Johannes statt. Die Karten für beide Konzerte waren bereits am ersten Tag der Ausgabe vergeben, sodass die Kirche an beiden Tagen voll besetzt war. Die erste halbe Stunde gestalteten jeweils die Chöre und Vokalensembles von Musiklehrer Herbert Kampmann. Sein Kammerchor, der erst vor Kurzem vom Ministerium der Justiz und für Europa zur Mitgestaltung eines Adventskonzerts eingeladen worden war, eröffnete die beiden Abende mit dem weihnachtlichen „Engel haben Himmelslieder“ von Franz Koringer. Mit klaren Stimmen und in perfekter Harmonie bewies der Chor bei den Stücken „Hør himlens gledessang“ und „Joyfully Sing Halleluja“ aufs Neue seine hohe Qualität. Nicht umsonst wurde er unlängst mit dem 2. Chorpreis der deutschen Sprache bedacht. Ruhig und wohlklingend folgte „Still an Bachs Christmas“. Insbesondere bei „Hebe deine Augen auf“ zeigte sich auch das Talent der jüngsten Mitglieder des Kammerchors aus den 5. Klassen. Chormentorin Katharina Bunk übernahm für Roger Emersons „Angels Gloria“ schließlich das Dirigat und führte den Chor souverän durch das Stück.
Die Besetzung auf der Bühne wechselte anschließend zu den Mixed Voices. Chorleiter Herbert Kampmann unterstützte das Ensemble, das nach „Cantate Domino“ Leonard Cohens weltberühmtes „Hallelujah“ zu Gehör brachte. Hier harmonierten die dunklen Männerstimmen bestens mit den hellen Anteilen, Felix Lebsanft am Violoncello vervollständigte das Gesamtwerk.
Auf der Bühne platzierte sich anschließend der 110 Mitglieder zählende Hauptchor, der nach „Alleluia! Christ is coming“ von Gordon Young „The Hope of Christmas“ darbot. Das darin enthaltene Solo wurde wunderschön gesungen von Hannah Nguyen aus dem Musik-Neigungsfach Klasse 12. Der große Chor verließ die Bühne per „Polarexpress“ (Alan Silvestri/Audrey Snyder), der mit viel Tempo, Enthusiasmus und Rhythmus durch die heiligen Hallen davonbrauste. Fröhliche Weihnachtsstimmung verbreiteten im Anschluss die Blechbläser mit dem spanischen Schlager „Feliz Navidad“ aus den 70er Jahren, um dann zur getragenen Melodie von „God Rest Ye Merry Gentlemen“ zu wechseln, die sich im weiteren Verlauf zu einem schwungvollen und mitreißenden Spiel entwickeln sollte. Musiklehrer Florian Aißlinger hatte das Stück eigens für die Weihnachtskonzerte arrangiert, auf das Ensemble zugeschnitten und mit jazzigen Elementen angereichert. Aißlinger begleitete anschließend den wegen krankheitsbedingter Ausfälle etwas geschwächten, aber keinesfalls schwächelnden Unterstufenchor von Claudia Burkhardt am Klavier. Der junge Chor sang überzeugend „Somebody’s knocking at your door“ und „Go, tell it on the mountain“. Feierlich wurde es bei „The Lord bless you and keep you“ mit Orgelbegleitung. Die neuen Fünftklässler des MPG fügten sich harmonisch in die Gruppe ein, was sich besonders bei Peter Schindlers wunderschön arrangiertem und mehrstimmigen „Weihnachten“ zeigte, wofür die jungen Sänger mit viel Beifall belohnt wurden. Die Kleinen sangen schließlich noch zwei Stücke gemeinsam mit den Großen des Eltern-Lehrer-Schüler-Ehemaligen-Chors (kurz ELSE-Chor). Von der Empore herab verbreiteten die beiden Chöre mit „Cantate Brasilia!“ südamerikanisches Flair in der Nürtinger Kirche. Für „Calypso Navidad“ von Mac Huff übergab ELSE-Chorleiterin Susanne Schüssele das Dirigat an ihre Kollegin Claudia Burkhardt, um die Combo instrumental unterstützen zu können. Der Einsatz der Percussions verstärkte die karibischen Rhythmen, die beim Publikum großen Anklang fanden. Ohne den Unterstufenchor schlug der ELSE-Chor dann mit „Serenity / O Magnum Mysterium“ von Ola Gjeilo chorale Töne an und ließ das Publikum besinnlich werden. Besinnlich blieb es auch bei „For the beauty oft he earth“ von John Rutter, das wieder von Florian Aißlinger an der Orgel begleitet wurde. Weiter ging es instrumental mit Aißlingers Vororchester, dessen 15 Mitglieder die Unterstufe des Max-Planck-Gymnasiums besuchen und zum Teil erst seit September im Vororchester spielen. Die jungen Musiker wurden daher von einzelnen Instrumentalisten des großen Orchesters unterstützt. Mit „The little Drummer Boy“, einem bekannten amerikanischen Weihnachtslied, erzählte das junge Orchester die Geschichte eines kleinen Jungen, der dem Jesuskind an der Krippe mit seiner Trommel ein Ständchen spielt. Auch im zweiten Stück, „I saw three ships“, zeigte Florian Aißlinger, der das Stück arrangiert hatte, wie er seine jungen Musiker schon früh an die Orchesterarbeit heranführt. Dazu gehörte auch der obligatorische Händedruck des Dirigenten mit seiner ersten Violine.
Susanne Schüsseles Bigband begann ihren Auftritt getragen mit „The Christmas Song“, um den Zuhörern anschließend mit Bryan Kidds „Jingle Bells Boogie“ in bester Bigband-Manier einzuheizen, während draußen winterliche Temperaturen herrschten. Auch die Musik-Neigungsfächer der Klassen 11 und 12 gaben Einblicke in ihre musikpraktische Arbeit. Sie präsentierten gekonnt „Away in a Manger“ und unter dem Dirigat von Katharina Bunk das traditionelle walisische Weihnachtslied „Deck the hall“. Die Schulleiterin des MPG, Petra Notz, lobte in ihrer Ansprache die hohe Qualität der Musikarbeit an ihrer neuen Schule. In all den Ensembles gehe es einmal nicht um Noten und Leistungsdruck, sondern um die Freude an der Musik und am gemeinsamen Musizieren. Die Konzerte, so Notz, zeigten eindrücklich, in welch hohem Maße sich die Gruppen, aber auch die einzelnen Schüler über die Jahre hinweg weiterentwickelten. Die Schulleiterin betonte, dass die Musikarbeit am MPG auch in Zukunft einen hohen Stellenwert haben werde, was von den Zuhörern mit spontanem Beifall unterstützt wurde. Es waren die ersten MPG-Weihnachtskonzerte für Petra Notz, und sie stellte freudig und stolz fest, dass das, was das MPG hier zeige, bei Weitem das übersteige, was anderswo an Schulen üblich sei. Da die Abende der Musik gehören sollten, gab sie nach ihrer Rede die Bühne wieder frei – nun für das große Orchester, das mit viel Beifall begrüßt wurde. Florian Aißlinger hatte „Passepied“, einen Satz aus einer Orchestersuite von Johann Sebastian Bach, extra für sein großes Orchester eingerichtet. Aißlinger schaffte es auch in diesem Jahr wieder, auf geniale Weise selbst hochkomplexe Stücke so für sein Schulorchester zu arrangieren, dass sie nicht an Qualität einbüßen, sondern häufig sogar noch eine eigene Facette dazugewinnen.
Das Orchester brachte anschließend den Widerstreit der rivalisierenden Gruppen aus „Romeo und Julia“ eindrucksvoll zu Gehör. Bei der Ouvertüre aus Tschaikovskis Ballett waren sowohl der hochdramatische Konflikt als auch die romantische und gefühlvolle Liebesbeziehung der Protagonisten, die immer wieder durch einzelne Instrumentengruppen sabotiert wurde, hör- und erlebbar. Hier zeigten Aißlingers Musiker alles, was ein Orchester zu bieten hat und wurden vom Publikum mit begeistertem Beifall gefeiert. Mit dem „Jingle Bells Mambo“ von James Pierpont fasste das Orchester den Konzertabend musikalisch zusammen. Das Stück kombinierte die Schlittenfahrt in romantischer Schneelandschaft mit dem kubanischen Mambo. Nach diesem weihnachtlichen „Chillen unter Palmen“ dankte Schulleiterin Petra Notz allen Mitwirkenden der Konzerte, insbesondere ihren Musikkollegen Herbert Kampmann, Florian Aißlinger, Susanne Schüssele und Claudia Burkhardt, die sie mit ihrer Arbeit beeindruckt hatten. Weiterer Dank ging an das Technikteam des MPG, das wie gewohnt für beste Licht- und Klangqualität gesorgt hatte. Der katholischen Kirchengemeinde und dem Mesner der Kirche St. Johannes dankte Petra Notz für ihre Gastfreundschaft. Ihr Dank ging auch an das Publikum, das die stimmungsvollen Abende nach jeweils rund 2,5 Stunden mit dem Lied „Wie soll ich dich empfangen“, begleitet von Orchester und Blechbläserensemble, zu einem gelungenen Abschluss brachte.