Der Zauber des Anfangs ist ihr begegnet


Am Max-Planck-Gymnasium wurde gestern die neue Schulleiterin Petra Notz offiziell und feierlich in ihr Amt eingeführt

Seit bald 100 Tagen schon leitet sie als Nachfolgerin von Ulrike Zimmermann die Geschicke des Max-Planck-Gymnasiums. Gestern Nachmittag wurde Petra Notz in der Aula im Glasbau im Rahmen einer abwechslungsreichen Feier auch offiziell in ihr neues Amt als Schulleiterin eingeführt.
Von Andreas Warausch
NÜRTINGEN. Bis auf den letzten Platz gefüllt war die Aula. Viele Vertreter der Schulgemeinschaft und des öffentlichen Lebens sowie Kollegen anderer Schulen erwiesen Petra Notz unter anderen zu ihrer Amtseinführung die Ehre. Das ist freilich auch ein Zeichen des großen Vertrauens, das Petra Notz schon zu Beginn ihrer Amtszeit genießt.
So sagte Eberhard Knoll, der als Mitglied der sechsköpfigen Schulleitung die Feierlichkeit organisiert hatte und diese auch moderierte, dass Petra Notz die Fähigkeiten, die eine Schulleiterin benötigt, schon vorgewiesen habe. Dazu zählte er Begeisterungsfähigkeit, Offenheit und Kommunikationsbereitschaft. Zuvor hatte Florian Aißlingers Blechbläserensemble mit Barockkklängen und zeitgenössischem Jazz für einen klingenden Auftakt gesorgt.
Michael Quade, Schulreferent des Regierungspräsidiums Stuttgarts sagte, dass die 1966 in Metzingen geborene Pädagogin aufgrund ihrer großen Berufserfahrung bestens geeignet sei, neue Wege zu beschreiten. Zum Beweis blickte er auf ihre Vita. In Tübingen studierte sie Biologie und Germanistik. Ihre erste Stelle als Lehrerin trat sie am Isolde-Kurz-Gymnasium in Reutlingen an. Dem blieb sie auch treu – bis jetzt eben.
Viel habe sie sich schon in Reutlingen unter anderem mit der inneren Schulentwicklung und der Schärfung des Schulprofils befasst. Dort übernahm sie auch die Gesamtverantwortung für den naturwissenschaftlichen Bereich und setzte dabei Akzente. Stets habe sie auch für das Gesamtsystem Schule Interesse gezeigt, habe zum Beispiel in der Führungskräfteentwicklung und der Fortbildung auf Landesebene mitgewirkt.
Dabei, so Quade, habe sie Mut, Offenheit und eine immer positive Grundhaltung bewiesen. Mit Letzterer habe sie auch im schwierigen Bewerbungsverfahren beeindruckt. Nun müsse sie Verantwortung tragen und gestalten, müsse sie Motor und Impulsgeber sein. Quade: „Kommunikation ist das wichtigste Führungsinstrument.“
Am MPG treffe Petra Notz auf viele gute Wege, die bereits angelegt seien. Meilensteine wie das Ganztagsangebot für die Klassen 5 und 6, Bildungspartnerschaften und die Genehmigung für das Sportprofil seien noch in jüngster Zeit gesetzt worden. Baden-Württemberg nun auch auf dem Bildungssektor zum Musterländle zu machen sei ein Ziel, das alle anstreben müssten. Letztlich rief Quade die Schulgemeinschaft dazu auf, mit der Zeit und den Kräften der neuen Schulleiterin pfleglich umzugehen.
Nach dem Spiritual „Somebody knocking at Your Door“ von Claudia Burkhardts Gesangsklasse 6 richtete Petra Notz selbst das Wort an die große Festgemeinde. Sie griff das Motto des Festakts „Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne“ aus Hermann Hesses Gedicht „Stufen“ auf. Der Zauber eines neuen Anfangs sei ihr hier am MPG bereits begegnet. Sie und ihr Stellvertreter Simon Fezer, der ebenfalls zu Beginn des Schuljahrs auf Jörg Buck folgte, hätten große Offenheit erfahren. Begeistert sei sie vom Engagement der Schüler. Beinahe 100 MPGler aus den Klassenstufen 8 bis 10 hätten im Oktober an der SMV-Freizeit teilgenommen – und seien mit vielen Ideen wieder nach Hause gekommen.
Die neue Chefin traf das MPGbhervorragend organisiert an.
Überhaupt habe sie das MPG als hervorragend organisierte Schule vorgefunden, bei der die Schüler mit ihren Belangen immer im Mittelpunkt stünden. Nun wolle sie die Schule weiterentwickeln. Dabei sei ein gutes Miteinander das Wichtigste, die Beteiligten müssten sich stets auf Augenhöhe begegnen. Sie sei sich dessen bewusst, dass das Weiterführen und Weiterentwickeln eine große Verantwortung bedeute.
Nürtingens Oberbürgermeister Otmar Heirich wählte das Bild einer Kapitänin, die das Schiff MPG nun steuern müsse. Dabei könne es schon einmal stürmisch werden, danach komme aber wieder ruhige See, meinte er in seiner Rede. In der schnelllebigen Zeit müsse Petra Notz nun kreativ das Schulschiff auf Kurs halten.
Nachdem Herbert Kampmanns Mixed Voices mit „Hello my Baby“ die neue Schulleiterin musikalisch begrüßt hatten, befragte ein Schülersprecherinnen-Trio die Computerassistentin Siri auf amüsante Art zum Begriff der Schulleitung, ehe ein Personalrats-Quartett Gedanken zur neuen Chefin unterhaltsam kundtat.
Alsdann begrüßten Susanne Beck-Frank als Vorsitzende des MPG-Vereins und Peter Brodbeck als Elternbeiratsvorsitzender die neue MPG-Chefin. Sie hätten sie als enthusiastische Schulleiterin, die offen für sachliche Diskussionen und andere Ansichten sei, kennengelernt. Sie freuten sich aufs Mitmischen.
Seinen vergnüglichen Höhepunkt erfuhr der Festakt mit einer Aufführung der Theater-AG der Schule. Deren Leiterin Tordis-Arlett Nitsch hatte das Stück „Der gute Geist des MPG“ selbst geschrieben. Darin begegnet das neue Führungsduo auf dem MPG-Dachboden einem Flaschengeist, der ihm einen Wunsch erfüllen will. Chefin und Stellvertreter einigen sich auf eine neue Sporthalle, eine Halle für alles. Doch damit tut sich der Geist schwer. Deshalb war’s auch gut, dass Eberhard Knoll nach Nachfrage bei OB Heirich einen Gastzauberer aus dem Hut zaubern konnte, der dann wiederum aus alten Lottoscheinen das nötige Kleingeld generierte.
Eberhard Knoll war es denn auch, der mit Gedanken des britischen Psychoanalytikers Donald Winnicott den Reigen der Reden beschloss, ehe Susanne Schüsseles MPG-Band – an diesem Nachmittag unter der Leitung von Claudia Burkhardt – den offiziellen Teil musikalisch ausklingen ließ. Danach wurde in die Mensa zum Ständerling gebeten. Ein Aufruf, dem die Festgemeinde gerne folgte, denn es war zu spüren: Man freut sich auf die Zusammenarbeit mit dem neuen Schulleitungsteam.